Online-Tagung »Ethik der Sorge« am 22. Juni 2021

Die Anmeldung für Studierende und Angehörige der Evangelischen Hochschule erfolgt über das Anmeldeformular der FEAG. Wenn Sie sich angemeldet haben, werden Ihnen die Zugangsdaten vor der Tagung zugeschickt.

Wir bitten auch die Mitwirkenden der Tagung um Anmeldung, damit wir Ihnen die Zugangsdaten zusenden können.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Tutzing, des Instituts für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik und der FEAG findet dieses Jahr die Online-Tagung »Ethik der Sorge« statt.

Wir laden Sie ein, mit uns über eine Ethik der Sorge ins Nachdenken zu kommen. Wie üblich findet die Fachtagung Technik – Ethik – Gesundheit unter starker Beteiligung von Lehrenden und Studierenden der Evangelischen Hochschule Nürnberg statt – pandemiebedingt in diesem Jahr als eintägiges Online-Format. Seien Sie dabei, wir freuen uns auf Sie!

Einzelheiten zum Programm entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer.

Sorge ist ein Grundpfeiler unserer Existenz. Menschen sorgen sich – um sich, um andere, um ihre Umwelt. Auch die Gesellschaft sorgt sich – wir haben uns die gemeinschaftliche Sorge um diejenigen zur Aufgabe ge-macht, die nicht oder nicht mehr für sich selbst sorgen können. Sozial-staatliche und zivilgesellschaftliche Institutionen, unter ihnen Kirche und Diakonie, versorgen und umsorgen Menschen mit ihren ambulanten und stationären Angeboten, in ihren Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Hospizen.

Sorge beschreibt eine Grundtätigkeit unseres Gesundheitswesens. Ein echtes und umfassendes Umsorgen von Pflegebedürftigen steht aber seit Jahren massiv unter Druck: zu wenig Geld, zu wenig Personal, zu wenig Anerkennung und Bezahlung. Sich liebevoll kümmern wollen und sich liebevoll kümmern können sind häufig unvereinbar. Viele geben auf. Ist das Problem nur noch mit billigeren, ausländischen Pflegekräften zu lösen, die längst „systemrelevant“ sind? Werden Pflegekräfte gar bald von Robotern ersetzt? Werden unsere Alten und Kranken bald ihre Stunden mit humanoiden Robotern verbringen, weil den Pflegenden die Zeit für echte Begegnung fehlt?

Sorge ist ambivalent. Mit der steigenden individuellen Verantwortung in der Gesundheitsvorsorge nagen zum Beispiel Fragen wie: „Habe ich mich auch wirklich um alles gekümmert, was in meiner Macht steht?“ Und auch die Fürsorge als Gebot christlicher Nächstenliebe kann für Ambivalenz sorgen, denn es gilt auch, die eigenen Kräfte im Blick zu behalten.

Sorge ist nicht zuletzt ein ethischer Begriff: Er fragt nach unserem Leben. Er fragt nach unserem Menschenbild. Wie wollen wir miteinander umge-hen – im Gesundheitswesen, in der Gesellschaft? Wie kann eine Haltung der Sorge gelebt werden? Wie sieht eine Ethik der Sorge aus, die weder die Bedingungen der Pflege in Deutschland ignoriert noch vorschnell akzeptiert?