Medizin-Theologie-Symposium 2020 - "Es muss alsdann gestorben sein", 20. bis 22. November 2020

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Tutzing findet auch dieses Jahr das Medizin-Theologie-Symposium statt.

Medizin-Theologie-Symposium 2020

Der Dichter Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1667) beendet sein "Sterbelied" mit folgenden Worten: „Es ist genug! Es sei also gestorben!“.
Vom freiverantwortlich entschiedenen Suizid spricht der Dichter sicher nicht, vielmehr geht es um ein von Mühe und Last aber auch von Gewissheit geprägtes Sich-Hineingeben in den Kreislauf des Lebens. Dazu gehört eben auch der Tod – unberechenbar und unvermeidbar. Man wird ihn immer fürchten, kann ihn aber auch ersehnen und muss ihn dennoch abwarten. So das Denken und Reden vom Tod der allermeisten Menschen über Jahrtausende hinweg.

Heute sind es nicht nur Lebensmüde, Lebenssatte und Leidensgeplagte, sondern viel zu oft auch Außenstehende und indirekt Beteiligte, die dieses „Genug!“ in werbende oder fordernde Worte kleiden. Und in großer Nähe zum Sterbewunsch und zur Sterbehilfe werden Fragen der Allokation und der Triage in der Coronakrise diskutiert: Wer bekommt wann welche (lebensrettende) Behandlung und Ressource zugewiesen? Warum sollten Alte das gleiche Recht haben, wie Junge? Haben die Alten nicht „genug“ gelebt? Warum spenden nicht genug Menschen Organe? Müsste man sie ihnen nicht wegnehmen, solange sie nicht widersprechen, weil wir nicht „genügend“ davon haben? Hilft das Konzept des Hirntods, das Faktum des Sterbenmüssens zu entschärfen? Meint „Freiverantwortlichkeit“, dass wir frei von Verantwortung leben und sterben können? Und schließlich: Entdecken wir Spuren davon, wie all diese Themen zusammenhängen?

Genug der Fragen! Sie spiegeln unser Denken, Glauben und Fühlen angesichts des Todes – und damit unser Handeln. Beim diesjährigen Medizin-Theologie-Symposium wollen wir das eine oder andere „auf den Begriff“ bringen, um die nötigen Konsequenzen für unser weltliches und kirchliches Handeln in den Blick zu bekommen. Wir freuen uns auf spannende und anregende Vorträge und Diskussionen und laden dazu herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein.

Ihre Anmeldung können Sie an die Tagungsorganisation in Tutzing richten. Details dazu und das Programm der Tagung finden Sie im angehängten Flyer.